Das GfS-Herbstregattatraining 2018

Der Wetterbericht versprach für Samstag, den 6.10.2018, einen wunderschönen Tag mit stahlblauem Himmel. Zwar war es morgens noch leicht frisch, jedoch sollte es im Laufe des Tages noch bis ca. 24°C angenehm warm werden. Beim Austeigen aus dem Auto gegen 10.00 Uhr am DLRG-Heim in Langenargen schlug einem ein würziger Duft entgegen. Durch den trockenen Sommer fehlte im Bodensee viel Wasser. Das Wasser hatte sich weit zurückgezogen und die Möwen stocherten im „Watt" herum. Man hatte das Gefühl bei Ebbe an der Nordsee zu sein.

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Im DLRG-Heim besprachen Armin Briem und Jürgen Friedl mit der ganzen Gruppe bei gemütlichem Kaminfeuer, Brezeln, Kaffee und Tee den Ablauf des Retattatrainings für die kommenden zwei Tage. Die DLRG Wasserretter wurden uns vorgestellt. Sie sollten uns im praktischen Teil des Regattatrainings tatkräftig als Bojenleger, Start-/ Zielschiff und im Notfall zur Rettung unterstützen. Natürlich mussten erst die üblichen organisatorischen Themen wie die Tagesabläufe, Skipperauswahl und zum Schluss die Einteilung der Crews erledigt werden.

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Im Anschluss an die Einweisung kam eine Wortmeldung, in der sehr bedauert wurde, dass die traditionsreiche Regatta, die 2 Wochen später geplant war, wegen Teilnehmermangel ausfallen musste. Es waren viele der bisherigen Stammteilnehmern verhindert: Ein Teil davon war auf GfS Törn. Möglicherweise war es auch ein Problem, dass das Regattawochenende in die Herbstferien fiel.
Angesichts der Erfahrungen aus der letztjährigen Herbstregatta legte Thomas Graf, der auch dieses Jahr wieder die theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten durchführte, den Schwerpunkt des diesjährigen Regattatrainings auf die Bootsbeherrschung.
„Eine Regatta gewinnt die Crew, die die wenigsten Fehler macht, eine gute Strategie hat und das Boot in allen Situationen optimal beherrscht". Gerade bei einem kleinen Boot wie der B/One, die schon fast wie eine Jolle reagiert, zeigen sich die Auswirkungen des eigenen Handelns sofort und viel deutlicher als bei Dickschiffen wie der BODAN oder BRIGANTIA.

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Nach dieser ersten kurzen Theorieeinheit gegen 11.00 Uhr schnappte sich jeder ein Lunchpaket und es ging mit dem praktischen Teil weiter. Im Hafen von Langenargen wurden die Boote übernommen und man traf sich nach einem kurzen Einsegeln am DLRG Boot. Die Mannschaft der DLRG hatte bereits die Regattabahn ausgelegt.
Um allen Crews die Möglichkeit zu geben, mehr praktische Tipps zu bekommen, stieg Thomas nach jeder Runde von einem Boot zum anderen.

Nach einem schönen, erlebnisreichen und übungsintensiven Tag auf See war wieder Theorie im DLRG-Heim angesagt. Das Thema jetzt waren die Regattaregeln und die darauf aufbauende Taktik und Strategie. Das ist zum Beispiel auch sehr hilfreich in unserem GfS Fahrtensegelalltag.

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Im Anschluss wurden Fragen beantwortet und unklare Situationen, die während des Segelns aufkamen, geklärt.
Zum Abendessen traf man sich im Gasthof Engel und ließ später den Abend im DLRG-Heim bei gemütlichem Kaminfeuer und einem leckeren Absacker aus Jürgens Schatzkammer ausklingen.
Am nächsten Tag hatten wir wieder viel vor. Um 11.00 Uhr waren wir wieder auf dem Wasser und konnten das Gelernte vom Vortag vertiefen. Auch an diesem schönen Sonntag war es wieder sonnig und warm. Diesmal hatten wir etwas stärkeren Wind und wie bestellt wurde dadurch der Schwierigkeitsgrad etwas angehoben. An den Bahnmarken kam aufgrund der künstlich erzeugten Enge etwas Stress auf. Es musste schnell reagiert und agiert werden, die Manöver mussten sitzen. Häufig ertönte der Ruf „Raum", um auf Regelverletzungen hinzuweisen.
Gegen 15:00 Uhr wurden die Boote im Hafen versorgt und es gab wieder die obligatorische Nachbesprechung bei Kuchen, den Jürgens Frau für alle gebacken hatte. Die glücklichen Gesichter spiegelten das hohe Maß an Zufriedenheit wider und es wurde die Heimfahrt angetreten.
Als Fazit ist festzuhalten, dass der hohe Wert des Regattatrainings darin besteht, in kurzer Zeit sehr viele grundlegende Themen intensiv, mit kurzen Wiederholungen zu trainieren und in der Gruppendynamik zu lernen.

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Des Weiteren gibt es Mitglieder, die nur einmal im Jahr auf einem GfS Törn sind. Das Regattatraining und die Regatta bieten die Chance, mit wenig Aufwand zusätzliche Segelzeit auf dem Wasser zu verbringen und somit besser in Übung zu bleiben.

Ganz besonderer Dank für dieses gelungene Wochenende geht an das Orgateam Armin und Jürgen sowie an die Freiwilligen der DLRG Ortsgruppe Langenargen, an Thomas als Referent und Regattatrainer sowie an Tanja, Uli und Katja für die Fotos.
Petra
An dieser Stelle sei angemerkt: Leider kann ich das abnehmende Interesse unserer Mitglieder an diesem Training nicht wirklich nachvollziehen, da dieses Wochenende schon eine professionelle Plattform bietet und jede/r Segelbegeisterte sich Qualifikationen aneignen kann, die auch außerhalb von Regatten niemals schaden können. Das Regattatraining macht auch für Greenhorns wie mich einfach „Lust auf Meer".
Katja